Es wäre zu schön um wahr zu sein, wenn es die eine Tablette geben würde, die man bei Hashimoto einnehmen würde und alle Beschwerden wären verschwunden und die Schilddrüse wieder gesund. Doch zurück zur Realität, denn diese sieht tatsächlich anders aus.
Als ich vor etwa 15 Jahren die Diagnose Hashimoto Thyreoiditis bekam, war der erste Gedanke, hoffentlich gibt es auch hierfür eine Tablette, die mir helfen wird, wie ein paar Jahre zuvor bei meiner Diagnose Schilddrüsenüberfunktion. Ich war erleichtert, als der Arzt mir ein Rezept mit L-Thyroxin in die Hand drückte, denn ich sah große Hoffnung darin.
Bei Hoffnung ist es allerdings auch nur geblieben. Denn trotz dieses Medikamentes ging es mir schleichend immer schlechter. Ich spreche hier von Jahren, in der sich mein Zustand immer weiter im Verborgenen verschlechterte. Typische Symptome bei Hashimoto, die auftreten können sind: dauerhafte Erschöpfung, ständige Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Depressive Verstimmungen, Kraftlosigkeit, kalte Hände und Füße, Gewichtszunahme, trockene Haut, Haarausfall, und viele mehr.
Als ich mich letztendlich mit all den Beschwerden sitzen sah und gesundheitlich – trotz Medikamenten nicht mehr konnte – wusste ich, es muss sich etwas ändern. Es ist an der Zeit, dass ich aufstehe und Verantwortung für mich übernehme. Wenn ich es nicht tue, wird es keiner tun. Wie in allen Bereichen des Lebens. Oder? Mache ich der Schulmedizin einen Vorwurf? Nein. Denn sie weiß es meiner Meinung nach nicht besser. Und Ärzte sind gewillt zu helfen, jedoch fehlt das richtige Wissen.
Die Kraft der natürlichen und ganzheitlichen Medizin
Und so betrat ich damals für mich ein ganz neues Feld, und zwar das der ganzheitlichen und natürlichen Medizin. Ich studierte alle möglichen Bücher über Naturheilkunde, Hormonlehre, Biochemie des Körpers und alles, was wichtig im Zusammenhang mit der Schilddrüse stand. Ich hörte Podcasts und Ärzten, die sich mit ganzheitlicher Medizun beschäftigen, gespannt zu, wenn es um Themen wie Ernährung, Stressreduktion oder Achtsamkeit ging. Dinge, mit denen ich mich zuvor nie beschäftigt habe, die für mich ein komplett neues Feld eröffnet haben. Was hatte ich zu verlieren? Ich konnte nur gewinnen und wenn an Erfahrung.
Es geschahen keine Wunder, es brauchte Zeit, wo es Tag für Tag und Schritt für Schritt besser wurde. Das Zurückkehren zur Natur, Stressreduktion, Achtsamkeit, Ernährung, Bewegung und nicht zu unterschätzen, auch ein starkes Mindset, welches wichtig ist, gaben mir meine Lebensqualität, Gesundheit und Energie zurück.
Ich finde, es müssten nicht so viele Frauen (aber auch Männer) an den kräftezehrenden Beschwerden bei Hashimoto leiden, wenn man nur ein Stück weiter über den Tellerrand schauen würde, sich neuen Dingen öffnen würde, die in jeder Hinsicht ein neues und positives Lebensgefühl vermitteln.
Warum Körper und Geist bei Hashimoto nicht getrennt betrachtet werden sollten
Geist und Körper spielen bei Hashimoto eine wichtige Rolle. Aber wo bleiben die Fragen seitens der Schulmedizin: Wie sieht ihre Stresssituation aus? Wie ernähren Sie sich? Wie gut arbeiten die Leber, Nebennieren und Darm?
Darauf möchte ich kurz eingehen.
Die Leber ist zum größten Teil an der Umwandlung der Schilddrüsenhormone beteiligt. Das inaktive Schilddrüsenhormon T4 muss erst in die aktive Form T3 umgewandelt werden, damit Energie im Körper entsteht. Zu viel Stress, eine nicht optimal funktionierende Leber oder fehlende Nährstoffe können diesen Prozess hemmen.
Bei chronischem Stress kann es zur Hemmung der Schilddrüsenhormonproduktion kommen bzw. wird das inaktive Schilddrüsenhormon rT3 vermehrt gebildet, welches am Rezeptor der Zelle jedoch keine Wirkung zeigt.
Wie arbeitet der Darm? Thema Leaky Gut (löchriger Darm). Hier kann es vorkommen, dass Bestandteile, die nicht in den Blutkreislauf gelangen sollten, wie Bakterien, Pilze, unvollständig verdaute Nahrungsbestandteile die Darmbarriere passieren und über das Blut Organe erreichen, wie bspw. die Schilddrüse und die Entzündung bei Hashimoto befeuern.
Es gibt heute viele Möglichkeiten, Beschwerden ganzheitlich zu verstehen und den Körper gezielt zu unterstützen. Ich wünsche mir, dass dieses Wissen mehr Menschen erreicht und wir beginnen, bewährtem Wissen wieder mehr Raum zu geben. Denn genau darin liegt oft so viel Potenzial.